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Leistungen · Hormone & Wechseljahre
Wechseljahre. Beschwerden ernst nehmen, gezielt behandeln.
Hitzewallungen, Schlafstörungen, unregelmäßige Blutungen: Wir ordnen Ihre Beschwerden ein, erklären die Möglichkeiten mit und ohne Hormone und finden gemeinsam die Behandlung, die zu Ihnen passt.
Um das 51. Lebensjahr
Durchschnittsalter der letzten Periode
Diagnose im Gespräch
Hormonwerte sind selten nötig
Mit oder ohne Hormone
Behandlung nach Ihren Beschwerden und Wünschen
Kassenleistung
Beratung und Behandlung bei Beschwerden
Was passiert in den Wechseljahren?
Ein natürlicher Übergang, sehr individuell erlebt.
In den Wechseljahren, fachlich Klimakterium, stellen die Eierstöcke ihre Hormonbildung schrittweise ein. Östrogen und Progesteron schwanken zunächst stark und sinken dann dauerhaft ab.
Etwa zwei von drei Frauen spüren das deutlich, etwa jede dritte hat starke Beschwerden. Typisch sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gelenkbeschwerden und Trockenheit der Scheide. Die Wechseljahre verlaufen in drei Phasen.
01
Perimenopause
Meist ab Mitte vierzig. Der Zyklus wird unregelmäßig, Blutungen kommen häufiger, seltener oder stärker. Oft beginnen hier schon die ersten Hitzewallungen.
02
Menopause
Die letzte Regelblutung. Sie lässt sich erst im Rückblick sicher bestimmen, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist.
03
Postmenopause
Die Zeit danach. Die Beschwerden klingen bei vielen Frauen nach einigen Jahren ab. Trockenheit der Scheide und das Risiko für Knochenschwund nehmen dagegen eher zu.
Behandlung
Welche Behandlung zu Ihnen passt.
Mit Hormonen
- Die wirksamste Behandlung gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, verbessert oft auch Schlaf und Stimmung
- Östrogen als Gel, Spray, Pflaster oder Tablette. Über die Haut aufgenommen erhöht es das Thromboserisiko nicht
- Mit Gebärmutter immer zusammen mit einem Gelbkörperhormon, das die Schleimhaut schützt
- Bei kombinierter Therapie steigt das Brustkrebsrisiko mit der Dauer leicht an. Nutzen und Risiken wägen wir jedes Jahr neu ab
- Bei Trockenheit der Scheide genügt oft niedrig dosiertes Östrogen als Creme oder Zäpfchen, das kaum in den Körper übergeht
Ohne Hormone
- Bewegung, Gewichtsnormalisierung, Verzicht auf Rauchen, weniger Alkohol und Koffein
- Kognitive Verhaltenstherapie lindert nachweislich die Belastung durch Hitzewallungen und Schlafstörungen
- Pflanzliche Präparate wie Traubensilberkerze oder Isoflavone, bei leichten Beschwerden
- Nicht hormonelle Medikamente, wenn Hormone nicht infrage kommen, etwa nach Brustkrebs
- Gleitgele und Feuchtigkeitscremes bei Trockenheit der Scheide
Welche Behandlung für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihren Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte und Ihren Wünschen ab. Grundlage ist die S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause.
Scheidentrockenheit
Ein Tabuthema. Bei uns dürfen Sie alles ansprechen.
Viele Frauen nach der Menopause bemerken eine trockene, dünnere Scheidenhaut, fachlich urogenitales Menopausesyndrom. Anders als Hitzewallungen geht es nicht von allein vorbei. Die gute Nachricht: Es lässt sich meist einfach und risikoarm behandeln.
Typische Beschwerden
01
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Fachlich Dyspareunie. Die Haut ist dünner, weniger elastisch und wird schlechter befeuchtet.
02
Brennen, Jucken, Trockenheitsgefühl
Im Intimbereich, oft auch im Alltag, beim Sitzen oder beim Wasserlassen.
03
Häufigere Infektionen
Ohne Östrogen fehlen die schützenden Milchsäurebakterien, der pH-Wert steigt. Das begünstigt bakterielle Vaginosen und wiederkehrende Harnwegsinfekte.
Was hilft
lokalEine lokale Östrogenisierung: Östrogen als Creme, Zäpfchen oder Vaginalring, sehr niedrig dosiert. Es wirkt direkt an der Schleimhaut und gelangt kaum in den Blutkreislauf.
- Die Schleimhaut wird wieder dicker und feuchter
- Die gesunde Scheidenflora kehrt zurück
- Ergänzend oder ohne Hormone: Gleitgele und Feuchtigkeitscremes
Was Studien zeigen
Studienlage5,9 → 0,5
Harnwegsinfekte pro Jahr ohne und mit vaginalem Estriol bei Frauen mit wiederkehrenden Infekten nach der Menopause (Raz und Stamm 1993).
- Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko: Hazard Ratio 0,79 (95 %-KI 0,51–1,22)
- Kein erhöhtes Thromboserisiko: Hazard Ratio 0,72 (95 %-KI 0,34–1,53)
- Gebärmutterkrebs: kein signifikanter Unterschied, Hazard Ratio 1,47 (95 %-KI 0,75–2,90)
Vaginale Östrogenanwenderinnen im Vergleich zu Nichtanwenderinnen, Women’s Health Initiative, 45.663 Frauen, im Median 7,2 Jahre beobachtet (Crandall und Mitarbeiter 2018). Eine Hazard Ratio von 1 bedeutet: kein Unterschied.
Quellen: Raz R, Stamm WE. A controlled trial of intravaginal estriol in postmenopausal women with recurrent urinary tract infections. N Engl J Med 1993;329:753–756. Crandall CJ et al. Breast cancer, endometrial cancer, and cardiovascular events in participants who used vaginal estrogen in the Women’s Health Initiative Observational Study. Menopause 2018;25:11–20.
Ablauf
Von der ersten Frage bis zur passenden Behandlung.
Termin 1
Gespräch
Welche Beschwerden haben Sie, seit wann und wie stark? Wir fragen nach Vorerkrankungen, Medikamenten und familiären Risiken. Ein Beschwerdetagebuch hilft dabei.
Termin 1
Untersuchung
Gynäkologische Untersuchung, bei Bedarf Ultraschall und Blutdruck. Andere Ursachen wie eine Schilddrüsenstörung schließen wir aus, wenn die Beschwerden nicht typisch sind.
Gemeinsam
Entscheidung
Wir erklären Nutzen und Risiken der Möglichkeiten und entscheiden gemeinsam. Sie bestimmen das Tempo, auch ein Abwarten ist eine Option.
Danach
Verlauf
Nach einigen Wochen prüfen wir die Wirkung und passen die Behandlung an. Danach sehen wir uns mindestens einmal im Jahr, meist zur Vorsorge.
Unerwartete Blutungen nach der Menopause klären wir immer ab. Bitte melden Sie sich in diesem Fall zeitnah.
Kosten
Wer die Kosten trägt.
Beratung, Untersuchung und Behandlung von Wechseljahresbeschwerden sind Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Verschreibungspflichtige Hormonpräparate erhalten Sie auf Rezept, es fällt nur die übliche Zuzahlung an.
Kassenleistung
bei Beschwerden- Beratung und Untersuchung bei Wechseljahresbeschwerden
- Verordnung verschreibungspflichtiger Hormon- und anderer Medikamente
- Abklärung von Blutungsstörungen
Selbst zu tragen
Apotheke- Rezeptfreie pflanzliche Präparate
- Gleitgele und Feuchtigkeitscremes
Häufige Fragen
Gut zu wissen.
Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an, wir helfen gern weiter.
Brauche ich einen Hormontest?
Meist nicht. Ab Mitte vierzig erkennen wir die Wechseljahre zuverlässig an Ihren Beschwerden und dem Zyklus. Hormonwerte schwanken in dieser Zeit stark und sagen wenig aus. Sinnvoll sind sie zum Beispiel bei Beschwerden vor dem 45. Lebensjahr.
Ist eine Hormontherapie gefährlich?
Für die meisten gesunden Frauen, die vor dem 60. Lebensjahr oder in den ersten zehn Jahren nach der Menopause beginnen, überwiegt bei belastenden Beschwerden der Nutzen. Das Brustkrebsrisiko steigt bei kombinierter Therapie mit der Dauer leicht an. Wir besprechen Ihr persönliches Risiko und prüfen die Therapie regelmäßig.
Wie lange muss ich noch verhüten?
Auch bei unregelmäßigem Zyklus ist eine Schwangerschaft möglich. Nach dem 50. Geburtstag verhüten Sie bis ein Jahr nach der letzten Periode, davor zwei Jahre. Eine Hormontherapie gegen Beschwerden ersetzt keine Verhütung.
Wie lange dauern die Beschwerden?
Sehr unterschiedlich. Hitzewallungen halten im Mittel mehrere Jahre an, bei manchen Frauen deutlich länger. Trockenheit der Scheide bessert sich ohne Behandlung meist nicht von selbst.
Helfen pflanzliche Mittel?
Bei leichten Beschwerden können Präparate mit Traubensilberkerze oder Isoflavonen lindern, die Wirkung ist schwächer als die einer Hormontherapie. Auch pflanzliche Mittel haben Neben- und Wechselwirkungen. Sprechen Sie uns vor der Einnahme an, besonders nach einer Brustkrebserkrankung.
Ihre Beratung zu den Wechseljahren
Online über Jameda oder telefonisch unter 0202 / 664629.